Reisebericht Segeltörn Kroatien / Montenegro 18. - 25.08.2019

Eine Sommerreise

Eine interaktive Karte des Törn (zoom- und schiebbar mit klickbaren Details) findet man hier.

Vorwort

In diesem Jahr ergab sich die Möglichkeit, in den Sommerferien einen einwöchigen Segeltörn mit Frau (Carola) und Tochter (Maren, 11) in der südlichen Adria zu unternehmen. Nachdem Der Urlaub geklärt, im Februar die Kojen bei Frank auf der Loup de Mer reserviert und die Flüge gebucht waren mussten wir uns noch ein halbes Jahr gedulden, bis es endlich losgehen konnte. Zusätzlich zu uns dreien war natürlich noch Frank an Bord, sowie Astrid, eine erfahrene Seglerin die ich schon etwas länger von den Segelfreunden Rheinland kenne.

Mit fünf Gästen an Bord hatten wir reichlich Platz, Maren schlief wie schon letztes Jahr in der Steuerbord-Bugkabine, Carola und ich teilten uns die Backbord-Heckkabine. Somit habe ich nun in meiner Zeit auf der Loup schon alle Kabine einmal belegt.

Anreise und erster Tag

Am Sonntag, den 18.08.2018 mussten wir schon sehr früh aufstehen. Um 02:00 Uhr wurden wir vom Wecker aus dem Bett gerufen, nach einer Tasse Kaffee wurden wir pünktlich um 02:45 vom vorbestellten Taxi abgeholt und zum Bahnhof nach Troisdorf gebracht. Die Bahnstrecke von Siegburg nach Troisdorf war in dieser Nacht wegen Baumaßnahmen gesperrt. Im Zug ging es dann nach Köln zum Flughafen, dort trafen wir direkt auf Astrid. Der Check-In war problemlos, leider verzögerte sich der Abflug, nachdem wir bereits im Flugzeug saßen, um eine Stunde. Der Flug verlief auch ereignislos uns an unserem Zielflughafen Cavtat bei Dubrovnik wartete bereits das von Astrid im Vorfeld bestellte Taxi auf uns. Nach wenigen Kilometern wurden wir am Hafen von Cavtat abgesetzt und von Frank freudig begrüßt. Wir übergaben Frank unser Gepäck, Astrid wollte mit Frank noch ein paar Sachen für die Reise einkaufen, während Carola, Maren und ich den Linienbus nach Dubrovnik bestiegen. Durch das frühe Aufstehen und die doch sehr gewöhnungsbedürftige Fahrweise des Busfahrers fühlte sich Maren nicht ganz wohl auf dem obligatorischen Rundweg über die Festungsmauer von Dubrovnik, so dass wir einige Male eine Pause einlegen mussten. Der Preis für die Besichtigung der Festungsmauer hat sich in den letzten drei Jahren bei unverändertem Wechselkurs von 120 Kuna auf 200 Kuna doch deutlich erhöht, so dass man sich allmählich fragen muss, ob der Preis nicht allmählich überzogen ist.

Nachdem wir die Altstadt über die Stadtmauer umrundet hatten, streiften wir noch durch die schöne Innenstadt und den Stadthafen, aßen eine Kleinigkeit im Restaurant (auch das war vergleichsweise teuer) und machten uns schließlich mit dem Bus auf den Rückweg nach Cavtat. Nachdem wir dort zur Fuß die Halbinsel zwischen den beiden Hafenteilen umrundet hatten wurden wir von Astrid im Dingy zur Loup de Mer gebracht und konnten uns dort einrichten und frisch machen. Zum Abendessen ging es dann in ein kleines Restaurant am Hafen, bevor wir uns nach ein paar Drinks auf der Loup nach dem langen Tag erschöpft in die Kojen verabschiedet haben.

Dubrovnik Stadtmauer Dubrovnik Altstadt Carola und Maren

Die Reise

Am nächsten Tag startete dann unser Törn, der uns zunächst nach Nordwesten über Mljet zur Halbinsel Peljesac führte. Hier speisten wir fürstlich auf Mljet in Thiomirs Restaurant, die restlichen Mahlzeiten nahmen wir, abgesehen von unserem Abschlussessen in Kotor immer an Bord ein, wo Frank herrliche Sachen wie Wurstgulasch, Nudeln in Thunfisch-Dill-Sauce, natürlich das obligatorische, von uns mitgebrachte Kasseler mit Sauerkraut und Spaghetti mit Knoblauch zubereitete.

Von der Halbinsel Peljesac aus ging es dann Südosten über Jakljan und Gornje Celo in einem langen Schlag nach Tivat in der Bucht von Kotor. Wir ankerten Abends immer in Buchten uns sparten uns so die Marinagebühren, außerdem ist es toll, vom ankernden Boot aus einfach zum Baden ins Wasser zu springen.

Vor Jakljan hatte sich morgens beim Aufholen die Ankerkette um den Anker geknotet, ich musste schwimmend den Anker klarieren, bevor wir unsere Fahrt fortsetzen konnten.

Segeln war leider nicht immer möglich, der Wird war nicht immer stark genug. Wir haben aber auch an zwei Tagen den riesigen Spinnaker gesetzt, das war schon sehr beeindruckend! Wir hatten auch stellenweise ein bisschen mehr Wind bis 5 bft, so dass auch die sportlichen Aspekte nicht zu kurz kamen.

In der Bucht von Kotor konnten wir aufgrund der drehenden Winde und plötzlichen Fallböen nicht sinnvoll segeln, wir hatten hier teilweise bis 30 kn Wind (7 bft), so dass wir unseren weiteren Weg nach Kotor, ganz am Ende der herrlichen Bucht, umgeben von hohen Bergen bis 1800 m Höhe, unter Motor fortsetzten.

Maren am Steuer Ankerbucht Abendstimmung unter Spinnaker Carola Klosterinsel

Der Endpunkt Kotor

In Kotor tankten wir das Boot mit knapp 600 Litern Diesel (Einbautank und Kanister) voll. Carola, Maren und ich gingen an der Tankstelle von Bord und wir erkundeten die herrliche alte Stadt mit ihren verwinkelten kleinen Gassen. Natürlich durfte auch ein Besuch der 260 m über der Stadt liegenden Festung mit toller Aussicht nicht fehlen.

Frank und Astrid fuhren derweil mit der Loup de Mer das kurze Stück nach Prcanj in den Hafen, wir folgten nach einem kleinen Mittagsmal und ein paar schnellen Einkäufen im Taxi nach. Hier hieß es nun klar Schiff machen, packen und den Abend im Restaurant ausklingen lassen. Am Morgen des 25.08.2019 wurden Carola, Maren und ich pünktlich vom Taxi abgeholt und zum Flughafen Tivat gebracht. Astrid blieb an Bord und fuhr mit Frank in einer weiteren Woche über Italien nach Korfu.

Unser Rückflug nach Düsseldorf war ohne besondere Ereignisse und wir legten den restlich Weg per Zug nach Siegburg zurück.

Kotor mit Kreuzfahrtschiff Blick von der Festung Die Bucht von Kotor Gruppenbild

Zusammenfassung

Es war ein toller Törn, der allen viel Spaß gemacht hat. Das Wetter war hervorragend mit durchgehend 32 bis 35°C und herrlich warmen Wasser. Frank hat wieder toll gekocht, war ein ausgezeichneter Reiseführer und Navigator. Die meiste Zeit hat Frank während der Fahrt unter Deck verbracht, Astrid, Carola, Maren und ich waren an Deck beschäftigt und hielten das Boot in Fahrt.

Insgesamt legten wir auf dem Törn 156 sm zurück.

Die gesamten Kosten inklusive Flüge, Kojencharter, Lebensmittel, Hafengebühr belief sich für uns drei auf 3543,19 EUR.


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